direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Die Umweltchemie

Lupe

hat als eigenständige Wissenschaftsdisziplin zum Ziel, im Zusammenwirken mit anderen Wissenschaftsgebieten die chemischen Prozesse und Wechselwirkungen in der Umwelt, insbesondere im Hinblick auf den anthropogenen Stoffeintrag aufzuklären. Des Weiteren werden Beurteilungskriterien sowie Maßnah­men­­kataloge entwickelt, die auf eine umweltverträgliche Lebens- und Produktions­weise hinauslaufen und Gefahrenpotentiale mindern sollen.

Schwerpunktmässig

befasst sich die Umweltchemie mit der Herkunft, der Bildung, dem Eintrag, der Verteilung, der Anreicherung, dem Abbau und der Wirkung, letztlich dem Schicksal anthropogener aber auch nativer Stoffe in der Umwelt sowie mit Stoffkreisläufen, Stoffbilanzen, Stoffbewertungen und der Minimierung/Eliminierung von Problemstoffen. Die charakteristische Kompartiment übergreifende (Wasser, Boden, Luft, Biota) experimentelle Untersuchung des Stoffverhaltens/-transports und deren theoretische Beschreibung durch Rechenmodelle sind von entscheidender Bedeutung für die Stoffbewertung.

Eine zentrale Rolle

Lupe

innerhalb der Umweltchemie spielt die qualitative und besonders die quantitative Erfassung von Stoffen durch chemisch-analytische Methoden, häufig auch in Verbindung mit deren zeitlicher/räumlicher Verfolgung. Chemometrische Methoden der Datenaus­wertung unterstützen die Bewertung der Ergebnisse. Die Entwicklung neuer chemisch-physikalischer Analyseverfahren inklusive Probenahme- und Vorberei­tungstechniken liefern die notwendigen Instrumente zur Lösung anstehender Fragestellungen.

Die Methoden der Umweltchemie

sind daher bei der Beurteilung von Chemikalien in der Umwelt und bei der Zulassung auch von Altstoffen (REACH) von großer Bedeutung.

Technische Luftreinhaltemaßnahmen

seit den 1960er bis in die 1990er Jahre haben zu einer deutlich besseren Luftqualität in Deutschland und der EU geführt. Die sehr erfolgreiche Umsetzung zahlreicher Luftreinhaltemaßnahmen (z.B. Rauch­gas­entschwefelung, Entstaubung, Katalysatortechniken) führten ab Mitte der 1990iger bis in die 2000er Jahre dazu, dass das Thema Luftreinhaltung als Forschungsfeld an Bedeutung verlor.

Atmosphärenchemische Prozesse

sind jedoch von großer Bedeutung für das Leben auf der Erde, da insbesondere die Luft-, aber auch die Boden- sowie Wasserqualität und damit letztendlich die Ökosysteme und der Mensch entscheidend durch sie beeinflusst werden. Dies spiegelt sich nicht zuletzt in Themen wie Sommersmog, Feinstaubbelastung in Ballungsgebieten sowie auch der Qualität von Innenraumluft (nicht nur am Arbeitsplatz) als Problem der Luftgüte wieder. Insbesondere Ultrafeinstäube werden seit einigen Jahren als für die menschliche Gesundheit von herausragender Bedeutung angesehen, da ihre Partikelanzahl über 90%, die Partikelmasse hingegen weniger als 10% eines typischen städtischen Aerosols ausmacht. Die Beladung der Ultrafeinstäube mit organischen Schadstoffen ist wesentlich höher als die von Feinstäuben. Auch ist nach wie vor unklar, ob durch die Entfernung der Grob- und Feinstäube bei Luftreinhaltemaßnahmen nicht möglicherweise die Partikelanzahl ultrafeiner Partikel deutlich erhöht und damit das Gesundheits­risiko insgesamt sogar verstärkt wird.

Das Auftreten von Ultrafeinstäuben

im Zusammen­spiel von Emission, Transmission und Immission und die Folgen für die menschliche Gesundheit, die Ökosysteme und das Klima sind bislang nur ansatzweise verstanden. Heute steht nicht mehr die Emission im Fokus der Forschung sondern die bei der Transmission auftretenden chemisch-physikalischen Prozesse der Stofftrans­formation und Partikelgenese. Im Zusammenhang mit der Nichteinhaltung von Grenzwerten von Luftschadstoffen kommt zudem der Quellzuordnung von Luftschadstoffen und der Ursachenanalyse hoher Luftbelastung besondere Bedeu­tung zu, da diese die Voraussetzungen für sinnvolle weitergehende technische Maßnahmen und politisches Handeln sind.

Der Aufklärung atmosphärenchemischer Prozesse

kommt daher ein sehr hoher Stellenwert zu und es ist nicht verwunderlich, dass es an zahlreichen Universitäten aber auch außeruniversitären Forschungseinrichtungen (national und international) entsprechende Institute bzw. Arbeitsgruppen gibt bzw. diese in den letzten Jahren aufgebaut wurden.

Zusatzinformationen / Extras

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe